Predictive Recruitment: Smarte Technologien verändern die Personalvermittlung

Personalberatung ist ein komplexes Metier. Für die erfolgreiche Vermittlung geeigneter Kandidaten müssen viele Kriterien berücksichtigt werden, damit Bewerber und Unternehmen ideal zusammenpassen. Predictive Recruitment verkürzt und objektiviert diesen Prozess deutlich.

Daten machen den Unterschied

Wo bislang der Mensch beurteilte, welcher Kandidat für ein Unternehmen geeignet war, kann eine Recruiting-Software die Vorauswahl übernehmen und den Recruiter zielführend unterstützen. Große Datenmengen werden dafür in Sekundenschnelle ausgewertet, damit die generierten Informationen durch die Kombination verschiedener Informationsflüsse miteinander in Relation gesetzt werden und in einem System für den Benutzer zur Verfügung stehen.

 

Die Daten stammen aus Lebensläufen, Emails, Social Media wie LinkedIn oder Xing, Soft-Skill-Analysen, Applicant-Tracking-Systemen zur Nachverfolgung von Bewerberaktivitäten und weiteren beliebigen Quellen - eine derartig gründliche Datenrecherche und -kompilation kann ein Mensch heutzutage aufgrund der Datenvielfalt ohne die Technik nicht mehr leisten.

 

Neben der Datenqualität ist auch die korrekte Auswertung durch das Recruiting-Tool entscheidend für den Erfolg. Mithilfe von Predictive Analytics, der vorausschauenden Analyse, werden historische Daten für konkrete Vorhersagen analysiert. Drei Beispiele verdeutlichen, wie effizient der Recruiting-Prozess mit Predictive Analytics anhand einer Personalberater-Software funktionieren kann:

 

  • Wer nimmt den angebotenen Job an? Kein Personalvermittler möchte seine Zeit mit abgelehnten Stellenangeboten verschwenden. Mit Erkenntnissen aus Daten von früheren Kandidaten, die einen Job angenommen oder abgelehnt haben, können potenzielle Absagen anhand von Predictive Analytics vorhergesagt werden - das spart Zeit.

 

  1. Wer bleibt lange im Unternehmen? Personalvermittler wollen Kandidaten, die über einen längeren Zeitraum beim neuen Job bleiben. Um zu sehen, welcher Bewerber in dieser Hinsicht am vielversprechendsten ist, können Daten zu bisherigen Anstellungen, Qualifikationen und der Dauer der Arbeitsverhältnisse verglichen werden. Ist die Datenlage ausreichend fundiert, lassen sich klare Trends erkennen und ableiten.

 

  1. Wer liefert die beste Performance ab? Oft ist es schwer, auf Anhieb zu verstehen, welche Qualifikationen für den beruflichen Erfolg im ausgeschriebenen Job am wichtigsten sind. Mit Predictive Analytics werden die bedeutenden Charakteristika schnell identifiziert und der Personalvermittler kann bei seinen Kandidaten direkt nach diesen oder verwandten Eigenschaften Ausschau halten, ohne von irrelevanten Qualifikationen abgelenkt zu werden.

Wettbewerbsvorteile für Personalberater

Personalberater, die auf Predictive Recruitment setzen, sind klar im Vorteil. Sie finden mit einer Talent-Management-Software nicht nur innerhalb kürzester Zeit die passenden Kandidaten für ihre Auftraggeber, sondern sind auch in der Lage, ihre Aufgaben und Prioritäten entsprechend agil zu verändern, indem sie zum Beispiel mehr Zeit in erfolgversprechende Maßnahmen investieren.

 

Dafür können sie ihre Performance analysieren, ihre Quellen für die Talentsuche optimieren und auswerten, wie sie am schnellsten zum Return on Investment (ROI) gelangen. In dem Zusammenhang sollten sie kritisch untersuchen, ob es im Vermittlungsprozess Schritte mit Verbesserungspotenzial gibt und ob sie ihr Budget an den richtigen Stellen einsetzen. So finden sie schnell heraus, was am besten funktioniert.

 

Durch die automatisierte Vorauswahl werden die Kandidaten objektiv beurteilt und Personalberater haben mehr Zeit, den Menschen hinter den Bewerbungsdaten kennenzulernen und ein tiefes Verständnis für seine Eignung zu entwickeln. Sie kennen die Unternehmenskultur ihrer Auftraggeber, und nur sie verfügen über den Instinkt, den geeigneten Kandidaten auszuwählen - das kann auch in Zukunft keine Maschine leisten. Predictive Recruitment erleichtert den Vermittlungsprozess signifikant, ersetzt aber die persönliche Einschätzung nicht vollkommen: Letztendlich liegt die finale Entscheidung beim Menschen.

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